Man kann über das Portal „Vice“ sagen und denken was man möchte, aber diesmal haben sie einen Nerv getroffen! Mit einer Undercover-Recherche deckt das Magazin nun einige Missstände auf der beliebten Pornoseite „xHamster“ auf, welche zu den bekanntesten Seiten auf der Welt gehört. Thema der Recherche war „Schutz von Opfern“, denn immer wieder tauchen Pornos mit Minderjährigen auf oder auch in denen Gewalt zu sehen ist. Doch was tut xHamster dagegen und wie sicher sind diese Sicherheitsvorkehrungen? Vice hat sich Undercover umgeschaut und zeigt nun ganz offen die Missstände dieser kostenlosen Pornoseite.
Es ist kein Geheimnis das die Pornoseite xHamster zu den größten und bekanntesten Erotikseiten dieser Welt gehört. Laut SimilarWeb ist sie im Oktober 2020 sogar auf dem 22. Platz der meistbesuchten Webseiten international gelandet. Im Bereich „Adult“ (Webseiten für Erwachsene), landet xHamster sogar auf Platz 4. Alleine im September 2020 haben rund 950 Millionen Menschen die kostenlose Pornoseite aufgerufen.
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Illegale Pornos gelangen auf kostenlose Pornoseiten wie xHamster

Doch nicht nur die Besucherzahlen der kostenlosen Porno-Webseite sind erstaunlich hoch. Denn auch viele der Besucher haben einen eigenen Account auf der Seite und nutzen die Commuity-Funktionen der Plattform. Sie bewerten Videos, kommentieren die Pornos und verlinken sogar Pornostars. Ebenso gerne wird auch die Upload-Funktion genutzt, mit der man eigene Pornos auf xHamster hochladen und sie der Öffentlichkeit zugänglich machen kann.
Mehrere zehntausend Videos werden pro Woche hochgeladen und finden den Weg in die digitale Welt. Doch wer schaut sich all diese Inhalte an um sicherzustellen, dass sie den Regeln von xHamster entsprechen? Wer führt die Sichtungen durch und löscht illegale Pornos von xHamster? Und wer steht dafür gerade, dass keine Sexvideos von Minderjährigen auf die Pornoseite gelangen? Genau diesen Fragen ist das Magazin „Vice“ auf den Grund gegangen und hat ermittelt, wer sich hinter den Kontrollen verbirgt. Man schaffte es sogar, eine Redakteurin einzuschleusen und mit einigen Menschen zu sprechen.
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Der „Reviewers Club“ sichtet Pornos auf xHamster und löscht verbotene Inhalte
Es gibt Löscharbeiter auf xHamster, die vom Pornoportal selbst als „Reviewers Club“ bezeichnet werden. Insgesamt sollen rund 130 internationale xHamster-Nutzer derzeit in diesem „Reviewers Club“ sein und dafür sorgen, dass verbotene Inhalte vom Sexportal gelöscht werden. Allerdings konnte der eingeschleuste Vice-Reporter schnell aufzeigen, dass diese Löscharbeiter schlecht geschult sind und eine Orientierungshilfe zur Hand bekommen, welche mehr als Lückenhaft sein soll. Dazu kommt, dass die Inhalte vor einer Sichtung eine Zeit lang im Netz zu finden sind. So könnten sie schon runtergeladen worden und auf vielen anderen Fickfilm-Seiten veröffentlicht worden sein.
Vice hat mit ein paar der xHamster-Löscharbeiter gesprochen. Dabei wurde natürlich auch gefragt, was die Motivation ist, unentgeltlich für eine Pornoseite zu arbeiten und verbotene Inhalte zu löschen. Die meisten haben vor allem nur ihre eigenen Interessen im Kopf und erhoffen sich auf der Pornoseite mehr Privilegien zu genießen. Einzelne Mitarbeiter vom Reviewer Club haben aber auch an, ethische Gründe zu haben und dafür sorgen zu wollen, dass sich keine erotischen Videos oder Fotos von Minderjährigen im Internet finden lassen.
Entscheidungen werden via Bauchgefühl entschieden
Vice deckt außerdem ein weiteres großes Problem auf und zwar, dass Inhalte mit Minderjährigen in der Regel via Bauchgefühl identifiziert werden müssen. Im Handbuch der Löscharbeiter finden sich gerade mal vier Zeilen und zwei Beispielfotos zu dieser Thematik. Und auch wir finden, dass man dieses wichtige Thema viel zu Stiefmütterlich behandelt. Immerhin schützt man minderjährige Kinder!
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Vice-Journalistin Yannah Alfering erklärt in einem Interview mit Spiegel.de: „Es gab aber sehr viele Aufnahmen von Personen, die sehr jung aussahen, wo du dir absolut nicht sicher sein kannst, ob sie volljährig sind“. Ist man sich bei seinem Bauchgefühl nicht sicher, ob es sich um eine minderjährige oder um eine volljährige Person auf Fotos oder in Videos handelt, so solle man den Content Online lassen oder auch gegebenenfalls andere Prüfer drüber schauen lassen.
Und hier ist ein großes Problem, denn wirklich geschützt werden minderjährige so nicht. Der einzige Schutz ist ein richtige Bauchgefühl vom Reviewers Club auf xHamster. Und dieses entsteht durch nur durch die Augen der Löscharbeiter.
Gewalt in Pornos: Löscharbeiter sollen einen Unterschied zwischen echtem und gespieltem Weinen erkennen

Auch das Thema Gewalt in Pornos ist ein wichtiges Thema und wird selbstverständlich auch im Löscharbeiter-Handbuch von xHamster thematisiert. Es gibt strikte Verbote, wie zum Beispiel extremes BDSM, Blut, Vergewaltigung, eine echte Erhängung oder auch echtes Weinen. Doch die Reviewer sollen erkennen, ob es sich um ein gespieltes Weinen handelt und somit auf xHamster erlaubt wäre, oder ob es sich um einen verbotenen Porno handelt und man ein echtes Weinen zu sehen bekommt.
Dazu kommt, das erzwungener Sex auch nicht immer so leicht identifiziert werden kann. Immerhin sieht man in solchen Videos nicht, ob eine Frau absichtlich unter Drogen gesetzt wurde oder sie auf gewaltsame Art und Weise zum Sex vor der Kamera gezwungen wurde.
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Unzureichender Schutz auf xHamster von Vice aufgedeckt
Vice hat versucht xHamster zur Rede zu stellen und einen Fragenkatalog an die Betreiber geschickt. Zurück kam nur ein knappes Statement. Auf die restlichen Fragen, rund 67 in der Anzahl, ist man aber nicht wirklich eingegangen. Doch langsam tut sich was, denn die ersten Reaktionen haben nicht lange auf sich warten lassen. So kam zum Beispiel eine erste Reaktion aus der Politik.
Und auch wir finden, dass xHamster mehr tun müsste. Das man das Team von Löscharbeitern weiter ausbaut und diese auch weiter schult. Und dass das Handbuch, welches diese Löscharbeiter an die Hand bekommen, besser ausgearbeitet wird. Eine weitere Idee wäre noch, dass man ein eigenes Team aufstellt, welches auf die Einhaltung der Regeln achtet und rigoros durchgreift, statt ehrenamtliche Mitglieder auszuwählen, welche meistens nur ihre eigenen Interessen verfolgen.
Wer die gesamte Recherche von Vice zum Thema „Inside xHamster“ lesen möchte, kann dies hier tun.










